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Hitze in der Pflege: Worauf ältere und pflegebedürftige Menschen jetzt achten sollten

Warum Hitze für pflegebedürftige Menschen besonders gefährlich ist

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Fähigkeit des Körpers, die eigene Temperatur zu regulieren. Der Körper schwitzt weniger und reagiert langsamer auf Wärme. Gleichzeitig lässt das Durstempfinden nach – viele ältere Menschen trinken schlicht zu wenig, weil sie keinen Durst verspüren.

Kommen chronische Erkrankungen wie Herz-, Nieren- oder Kreislaufleiden sowie bestimmte Medikamente hinzu, steigt das Risiko für Kreislaufprobleme und einen gefährlichen Flüssigkeitsmangel weiter an. Wer in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist, kann sich außerdem nicht immer selbst etwas zu trinken holen oder einen kühleren Raum aufsuchen.

Genug trinken – die wichtigste Regel

Ausreichend zu trinken ist die wirksamste Maßnahme gegen Hitzeschäden. Als Orientierung gelten etwa 1,5 Liter über den Tag verteilt.

Wichtig: Diese Menge gilt nicht für alle. Bei bestimmten Herz- oder Nierenerkrankungen kann eine ärztlich verordnete Trinkmengenbeschränkung bestehen. Halten Sie sich in diesem Fall unbedingt an die Vorgaben des Arztes und besprechen Sie das Trinkverhalten bei Hitze mit der Hausärztin oder dem Hausarzt.

Diese Tipps helfen im Alltag, genug zu trinken:

  • Feste Trinkzeiten einplanen: zu jeder Mahlzeit und zusätzlich zwischendurch ein Glas – Routine ersetzt das fehlende Durstgefühl.
  • Getränke sichtbar bereitstellen: Eine gefüllte Karaffe und ein Glas in Reichweite erinnern automatisch ans Trinken.
  • Ein Trinkprotokoll führen: So behalten Sie und die Angehörigen den Überblick, wie viel tatsächlich getrunken wurde.
  • Auf Abwechslung setzen: Wasser, ungesüßte Tees und Saftschorlen; wasserreiche Lebensmittel wie Melone, Gurke oder Suppen liefern zusätzlich Flüssigkeit.
  • Alkohol und stark gezuckerte Getränke meiden: Sie entziehen dem Körper eher Flüssigkeit.

Warnzeichen erkennen: Wann wird es gefährlich?

Ein Flüssigkeitsmangel und eine Überhitzung kündigen sich oft durch typische Anzeichen an. Achten Sie auf:

  • Trockener Mund, trockene Lippen und nachlassende Hautspannung
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Verwirrtheit
  • Weniger und dunkler gefärbter Urin
  • Schneller Puls, Übelkeit oder Muskelkrämpfe
  • Hochrote, heiße Haut, hohe Körpertemperatur und Benommenheit

Besonders plötzliche Verwirrtheit ist bei älteren Menschen ein ernstes Warnsignal. Bei Anzeichen eines Hitzschlags – etwa hohe Körpertemperatur, Bewusstseinstrübung oder Kollaps – zögern Sie nicht und wählen Sie sofort den Notruf 112.

Bringen Sie die betroffene Person bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes an einen kühlen Ort, lagern Sie die Beine hoch und kühlen Sie sie vorsichtig mit feuchten Tüchern.

Die Wohnung kühl halten

Ein kühles Zuhause entlastet den Kreislauf spürbar. Lüften Sie vor allem früh morgens und spät abends, wenn die Luft draußen kühler ist, und halten Sie tagsüber Fenster sowie Rollläden oder Vorhänge geschlossen.

Elektrische Geräte geben zusätzliche Wärme ab und sollten bei großer Hitze möglichst ausgeschaltet bleiben. Ein Ventilator kann für Luftbewegung sorgen – bei sehr hohen Temperaturen jedoch bitte nicht direkt auf den Körper richten, da das die Austrocknung fördern kann.

Kleidung, Ernährung und Medikamente

Leichte, luftige und helle Kleidung aus Baumwolle unterstützt den Körper beim Temperaturausgleich. Setzen Sie auf leichte, über den Tag verteilte Mahlzeiten statt schwerer Kost, und greifen Sie zu wasserreichem Obst und Gemüse.

Ein wichtiger Hinweis zu Medikamenten: Manche Arzneimittel beeinflussen den Flüssigkeitshaushalt oder die Temperaturregulation, und einige verlieren bei Hitze an Wirkung. Setzen Sie Medikamente niemals eigenmächtig ab, sondern lassen Sie bei Hitzewellen ärztlich prüfen, ob die Dosierung angepasst werden sollte.

Tipps speziell für Angehörige

Wer einen Menschen pflegt oder unterstützt, kann an heißen Tagen viel bewirken:

  • Melden Sie sich häufiger als sonst – telefonisch oder persönlich –, gerade bei allein lebenden Angehörigen.
  • Erinnern Sie aktiv ans Trinken und stellen Sie Getränke griffbereit hin.
  • Achten Sie auf Verhaltensänderungen wie Verwirrtheit, Teilnahmslosigkeit oder Schwäche.
  • Planen Sie Arztbesuche, Einkäufe und Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden.
  • Sorgen Sie für Vertretung, wenn Sie selbst einmal ausfallen – Hitze macht auch pflegenden Angehörigen zu schaffen.

Tipps für Pflegebedürftige selbst

Auch wenn Sie auf Unterstützung angewiesen sind, können Sie selbst einiges tun: Trinken Sie regelmäßig, auch ohne Durst, und stellen Sie sich Ihr Getränk in Reichweite.

Verlegen Sie anstrengende Tätigkeiten in die kühleren Tageszeiten und gönnen Sie sich Ruhepausen. Scheuen Sie sich nicht, Angehörige oder Ihren Pflegedienst anzusprechen, wenn Sie sich schwach oder unwohl fühlen – lieber einmal zu früh Bescheid geben als zu spät.

Wir sind auch bei Hitze für Sie da

Als ambulanter Pflegedienst in Frankfurt behalten wir gerade an heißen Tagen das Wohlbefinden unserer Patientinnen und Patienten besonders im Blick – vom Erinnern ans Trinken bis zur Beobachtung wichtiger Warnzeichen.

Wenn Sie sich Unterstützung in der Pflege oder im Haushalt wünschen oder Fragen zu Entlastungsangeboten für Angehörige haben, beraten wir Sie gern persönlich und unverbindlich.